Unser Fazit nach 3 Monaten in Neuseeland

Das Beste kommt zum Schluss, dachten wir uns bei der Planung unserer Weltreise. Mit diesen hohen Erwartungen haben wir Neuseeland ganz bewusst ans Ende unserer bisher großartigen Tour um den Globus gesetzt. Drei Monate lang wollten wir quer durch das Land der Kiwis reisen und nebenbei wieder für Kost und Logis arbeiten. Ob Neuseeland diesen hohen Ansprüchen gerecht werden konnte und welche Orte auf unserer Route lagen erfahrt ihr hier.

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Einen Monat über die Nordinsel

Als wir in Neuseeland ankamen hat uns Auckland erst einmal mit trübem Regenwetter begrüßt. Das war sehr schade, weil wir uns schon lange gewünscht haben einmal Weihnachten am Strand verbringen zu können. Wir haben zwar auch ein Picknick an einem Strand auf Waiheke gehabt, das wurde aber dann doch von einem Regenschauer unterbrochen. Schön war es dort trotzdem.

Weil wir schon lange nicht mehr surfen waren bot sich am Piha Strand die perfekte Gelegenheit dazu. Wir haben von richtigen Surfprofis echt gute Tipps bekommen und konnten so viele gute Wellen reiten und ein paar Turns üben. Der schwarze Strand von Piha ist vor allem wegen seinem markanten Löwenfelsen berühmt. Was wir aber noch nicht wussten war, dass es dort auch einen ziemlich schönen Wanderweg zu einem Wasserfall gibt, bei dem man im eiskalten Wasser baden gehen kann.

Weiter ging unsere Reise nach Whangarei, wo wir auf eigene Faust dunkle Glühwürmchenhöhlen auskundschaften konnten. Das war ein ziemliches Abenteuer für uns und eine super Alternative zu der überlaufenen und überteuerten Waitamo Cave. Hier hat man wenigstens die Zeit und die Gelegenheit und ruhe Fotos von den vielen leuchtenden Insekten zu schießen. Außerdem gibt es in der Nähe auch viele Strände zum Baden oder Surfen, zusätzlich Wasserfälle und Kauriwälder.

Unseren ersten Work and Travel Job in Neuseeland hatten wir im beschaulichen Honeymoon Valley. Bei den Locals zu wohnen und viele Tipps und Empfehlungen zu bekommen ist einfach Gold wert! Man lernt so viel und sieht Neuseeland nochmal von einer ganz anderen Seite, wenn man zusammen Touren unternimmt oder rumgeführt wird.

Dann ging unser Roadtrip über die Nordinsel in die 2. Runde. Vom Honeymoon Valley fuhren wir bis zur nördlichsten Spitze Neuseelands und zwar nach Cape Reinga. In der Nähe von dem tollen Aussichtspunkt mit den schroffen Steilklippen gibt es noch riesige Sanddünen. So eine Wüste  haben wir zu Beginn unserer Reise nicht unbedingt in Neuseeland erwartet. Ebenso hat uns der unfassbar weiße und feine Sandstrand in Ngataki zum Staunen gebracht. Gleich gegenüber vom berühmten, 145km langen, Ninety Mile Beach.

Unseren zweiten Work and Travel Job in Neuseeland hatten wir auf einem Glamping Platz in Coromandel. Wir waren sofort begeistert und Coromandel ist definitiv einer unserer Lieblingsorte auf der Nordinsel. Der glamouröse Camping Platz befand sich auf einem Pā (befestigtes Dorf der Māori) und geschlafen haben wir stilecht in einem Wohnwagen mitten auf der Kuhweide mit einer unglaublich schönen Aussicht. Zum Glamping Platz gehört außer den Kühen noch viele Alpakas, eine Katze und einen Hund. In der Gegend gibt es alle Meter einen super schönen Strand zum Sonnen, Boogie Boarden und Schwimmen. Kann es noch paradiesischer sein? Ja, kann es! Fast zu schön um wahr zu sein kann man sogar Delfine, Orkas und Pinguine dort beobachten. Beim Schwimmen sollte man sich allerdings vor Haien in Acht nehmen. Es war wirklich sehr schade für uns diesen wundervollen Ort zu verlassen, aber Neuseeland hat einfach so unglaublich viele und unterschiedliche Attraktionen zu bieten.

Deshalb ging unsere Reise weiter, nachdem wir von dem kleinen Ort Karangahake aus noch die Hauptattraktionen von Coromandel besichtigt haben. Die „Cathedral Cove“ und der „Hot Water Beach“. Auch einen Ausflug zu dem Drehort vom Hobbingen durfte nicht fehlen. Doch als wir in Karangahake waren, haben wir schnell gemerkt, dass der Ort nicht nur eine gute Lage zu unseren Ausflugzielen hatte, sondern selbst auch schöne Wanderungen bot. Die Wanderwege führen an interessanten historischen Stätten vorbei, die besonders an die Zeit des Goldrauschs zwischen 1870 und 1950 in Neuseeland erinnern. Also wieder ein Ort, an dem wir gerne mehr Zeit verbracht hätten.

Als nächstes haben wir eine Busfahrt zur Hauptstadt Wellington unternommen, wo wir unter anderem den Zealandia Park und den botanischen Garten besichtigt haben. Eine wirklich schöne Stadt, aber auch hier war unser Aufenthalt leider nur recht kurz, da wir von dort aus mit der Fähre auf die Südinsel übersetzen wollen.

Zwei Monate auf der Südinsel

Als wir mit der Fähre in Picton ankamen hat uns der Ort nicht sonderlich überzeugt. Aber es galt auch nur eine Nacht dort zu verbringen, weil kein Wassertaxi zu unserem nächsten Ziel führ. So ging es am nächsten Morgen in dem Wassertaxi durch die Marlborough Sounds. Über einen Monat haben wir dort in der Hopewell Lodge am Kenepuru Sound als Workawayer verbracht und konnten so die einzigartige Natur der Sounds bewundern und enge Freundschaften mit den anderen Worawayern und den Gastgebern knüpfen. Der Ort, die Leute und die Natur haben uns eigentlich jeden Tag ins Staunen versetzt. Ihr könnt euch selbst davon in unseren Videos überzeugen. Rochen, Glühwürmchen, Meeresleuchten, Muschelabende, dichte Farnwälder, die an Jurassic Park erinnern und ein Schiffswrack. Aber ganz besonders wird uns der Ort durch unsere romantische Verlobung an einem einsamen Strand in Erinnerung bleiben. Man kann sich also vorstellen, dass wir uns nur ganz schwer und mit feuchten Augen von diesem besonderen Ort verabschieden konnten. Aber vor uns lag ein weiterer spannender Monat auf der Südinsel.

Weiter ging es also nach Christchurch, wo wir uns wieder ein Auto mieteten. Die englischste Stadt Neuseelands hat uns gleich gefallen. Schöne alte Gebäude, ein super interessantes Museum und ein richtig schöner botanischer Garten. Auf dem Weg nach Dunedin haben wir noch einen Zwischenstopp in Methven eingelegt, um einen „Herr der Ringe“ Drehort zu besichtigen. Die Kulisse um Mount Sunday hat uns sehr beeindruckt. In Dunedein angekommen haben wir eine richtig tolle Pinguintour unternommen. Ein weiter Moment, an dem wir uns noch lange erinnern werden, wie die kleinen Zwergpinguine aus dem Meer kamen und direkt an uns vorbei gewatschelt sind.

In Te Anau gibt es viele Outdoor Aktivitäten, die man machen kann. Die größte Attraktion ist der berühmte Milford Sound. Aufgrund von vielen Empfehlungen entschieden wir uns gegen eine Tour über den angeblich überlaufenen Milford Sound und für den ruhgieren, aber ebenso schönen Doubtful Sound. Als wir nach Queenstown weitergereist sind, war das ein richtiger Touristen-Schock. Wenn man nicht grade ein Adrenalinjunkie ist, kann man sich dort schnell fehl am Platz fühlen. Bungeespringen, Fallschirmspringen, Speedboat fahren, Paragliding und vieles mehr. Hier kommt jeder Adrenalin Fan auf seine Kosten. Aber wir haben einige Aktivitäten unternommen, die weniger adrenalingeladen waren und trotzdem super viel Spaß gemacht haben. Die meisten wissen nämlich gar nicht was Queenstown außer den Adrenalinkicks noch so zu bieten hat. Wer wanderlustig unterwegs ist, ist in Wanaka genau richtig! Wir haben dort gleich zwei heftige Wanderungen unternommen. Einmal zum berühmten Roy’s Peak und einmal zu dem weniger touristischen Isthmus Peak. Welche Wanderung uns besser gefallen hat und welche wir empfehlen würden, könnt ihr hier in dem Vergleich nachlesen.

Ein weiteres absolutes Highlight unserer Tour über die Südinsel war die Helikopter Wanderung (Heli Hike) auf dem Franz Josef Gletscher. Ein unglaubliches Erlebnis auf dem Gletscher zwischen den Eiswänden herumzulaufen! Wir waren so froh, dass wir uns nicht vom wechselhaften Wetter entmutigen lassen haben und dass die Tour nach vier Anläufen tatsächlich stattgefunden hat. Anschließend noch in einem heißen Pool hüpfen und der Tag hatte den perfekten Abschluss. Über den Arthur’s Pass ging es dann wieder zurück nach Christchurch, wo wir abschließend noch das Antarctic Center besucht haben. Eins der besten Museen die wir bisher besucht haben. Besonders die Pinguinfütterung und die Fahrt mit einem Hägglund (Mehrzweck Fahrzeug) haben uns sehr gefallen.

Leider endete dann unsere Reise in Neuseeland und wir waren wieder einmal sehr erstaunt wie schnell die drei Monate vergangen waren. Wir werden definitiv noch einmal nach Neuseeland zurückkehren, nicht nur weil wir noch vieles zu besichtigen haben, sondern auch um Freunde und unsere Lieblingsorte wieder zu besuchen. Zum Glück endete unsere Weltreise aber noch nicht ganz. Wir entschieden uns dazu auf dem Weg nach Deutschland noch eine Weile Malaysia und Singapur zu erkunden. So wer der Heimweg nicht ganz so lang und wir konnten nochmal zwei weitere interessante Kulturen und Regionen kennenlernen.

Über den Autor

Alina

"Das wichtigste Stück des Reisegepäcks ist und bleibt ein fröhliches Herz." - Hermann Löns