Roy’s Peak vs Isthmus Peak – Der Vergleich

Es gibt viele unglaubliche Wanderwege in Wanaka, aber zwei stechen besonders wegen der atemberaubenden Aussichten heraus: Der Roy’s Peak und der Isthmus Peak. Beide Wanderwege gehen ca. 3 – 4 Stunden unbarmherzig steil Bergauf, ohne Schatten. Während der Wanderung fragt man sich immer wieder, „Warum mache ich das eigentlich?!“ Alles nur um die Spitze des Berges zu erreichen und die verdiente Aussicht zu bewundern?

Und welcher Berg ist besser? Welche Wanderung würden wir euch empfehlen? Wir sind beide hochgeklettert damit ihr es nicht mehr machen müsst. Fall ihr euch noch fragt, welcher der richtige für euch ist, braucht ihr nicht weiter zu recherchieren. Hier gibt’s den Vergleich zwischen Roy’s Peak vs. Isthmus Peak.

Roy’s Peak: 1251 m Aufstieg über 15,6 km

Der Roy’s Peak ist auf jeden Fall mit großem Abstand der bekanntere und beliebtere von den beiden. Und das sieht man schon am Parkplatz. Als wir dort gegen Mittag ankamen haben wir mit Glück noch einen Parkplatz bekommen und auf dem Weg nach oben begegneten uns sehr viele Wanderer. Außerdem kostet es 2 NZ$ Eintritt. Das ist zwar nicht viel, aber dennoch nicht kostenlos. Dafür bietet der Roy’s Peak nicht nur den berühmten und erstklassigen Viewpoint, von der Spitze des Berges hat man auch noch eine hervorragende Sicht auf Mt. Aspiring und dem Wanaka See. Lustig fanden wir, dass sich mit beträchtlichem Abstand zum Aussichtspunkt eine Schlange gebildet hat, um „das Perfekte“ Foto machen zu können.

Das war zwar irgendwie merkwürdig aber auch praktisch. Denn wenn man sich schon 3 Stunden abgemüht hat dort hoch zu kommen, dann möchte man auch ein schönes Foto von sich und der wunderbaren Kulisse. Und das am besten ohne 20 andere fremde Leute im Hintergrund. Im Nachhinein haben wir sogar herausgefunden, dass dieser Aussichtspunkt berühmt ist für die Warteschlangen. Das wäre vielleicht bei anderen Touri Hotspots auch eine gute Idee.

Roy's Peak Martin
Roy's Peak Aussicht Neblig
Roy's Peak Steinturm
Roy's Peak Aussichtt Wolkig

Vom Aussichtspunkt sind es dann noch einmal ca. 30 Minuten zum eigentlichen Peak. Wir hatten ohnehin schon einen sehr wolkigen Tag zum Wandern erwischt, aber als wir es bis ganz nach oben geschafft haben, hat sich der Himmel komplett zugezogen. Man muss sich bei der Wanderung wirklich auf alle Wetterbedingungen vorbereiten, da sich das Wetter innerhalb von Minuten ändern kann. Das haben wir sehr eindrucksvoll erlebt.

In einem Moment hatten wir noch eine wunderschöne Sicht auf den See und die Bergkette im Hintergrund. Schon im nächsten Moment konnte man die Hand vor seinem Gesicht nicht mehr sehen. Wir waren aber auch froh über diese Wolkendecke. Nicht nur weil sie uns vor der brennenden Sonne geschützt hat, sondern auch wegen der mystischen und epischen Atmosphäre. Die Berge sehen einfach noch viel riesiger und eindrucksvoller aus, wenn die Wolken dazwischen vorbeiziehen.

Roy's Peak Schaf
Roy's Peak Aussicht Wolkig 2
Roy's Peak Schmetterling
Roy's Peak Alina

Schön war auch, dass gegen Abend, also zum Sonnenuntergang, kaum noch Menschen oben auf dem Berg waren. So konnten wir nochmal zu dem berühmten Viewpoint gehen und ein paar Fotos in dem goldenen Licht der untergehenden Sonne machen ohne lange anzustehen. Außerdem wurde an diesem Tag der Himmel immer klarer, sodass wir auf dem Rückweg im Schatten des Berges einen wunderbaren Abstieg hatten.

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Roy's Peak Neblig
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Isthmus Peak: 1133 m Aufstieg über 15,9 km

Von der Spitze des Isthmus Peaks hat man eine schöne 360 Grad Rundumsicht auf beide Seen, dem Hawea See und dem Wanaka See. Auch hier sind wir etwa gegen Mittag vom Parkplatz losgelaufen und sind gleich viel weniger Wanderern begegnet. Beim Isthmus Peak findet man keine Warteschlangen an den schönsten Aussichtspunkten und der Wanderweg ist völlig kostenlos. Auch hier sieht man schon auf dem Weg nach oben nicht weniger schöne Landschaften, die nur zum Anhalten und Fotos Schießen einladen.

Isthmus Peak Weg 2
Isthmus Peak Weg
Isthmus Peak Aussicht
Isthmus Peak Aussicht 2

An diesem Tag war der Himmel nicht ganz so Wolkenreich, deshalb hat die Sonne den ohnehin schon mühsamen Aufstieg zusätzlich erschwert. Die wenigen schattigen Plätze wurden immer wieder zum Pausieren und Abkühlen genutzt. Besonders die letzten 30 Minuten zum Peak haben sich stark gezogen, da es dort sehr viele „false Peaks“ gibt. Man denkt, dass man es endlich zum Gipfel geschafft hat, doch dann versteckt sich die nächste und übernächste Biegung dahinter.

Als wir auch hier nach ca. 3 – 4 Stunden am höchsten Punkt angekommen waren, konnten wir die ebenso schöne Landschaft leider nicht so richtig genießen. Dort waren außerordentlich viele kleine, sehr lästige Fliegen. Am Tag zuvor hatte es stark geregnet und an unserem Wandertag hat die Sonne kräftig geschienen. Das ist jedenfalls unsere Erklärung für diese unangenehme Fliegenplage. Für die Aussicht hat sich der harte Aufstieg allerdings trotzdem gelohnt und an einem anderen Tag könnte das mit der Fliegenplage natürlich ganz anders sein.

Isthmus Peak Alina
Isthmus Peak Aussicht Berge
Isthmus Peak Felsig
Isthmus Peak Aussicht Berge 2

Im abschließenden Vergleich war für uns die Wanderung zum Roy’s Peak trotz der vielen Touristen und Warteschlangen am schönsten. Vielleicht mag das auch am Wetter und den Umständen liegen. Aber die überwältigend schöne Aussicht, als sich der Nebel gelichtet hat und wir den Gletscher auf der anderen Seite des Berges gesehen haben war einfach überragend. Der Roy’s Peak ist eben auch zurecht der beliebteste Wanderweg. Zudem liegt die Route ganz in der Nähe von Wanaka und ist somit einfacher zu erreichen.

Der Isthmus Peak ist etwa 30 Minuten mit dem Auto von dort entfernt. Letztendlich muss aber jeder für sich entscheiden welcher Berg der richtige für ihn ist. Beide Wanderungen waren ähnlich anspruchsvoll und boten spektakuläre Aussichten auf die Landschaft. Wenn man kein Problem damit hat den Weg mit vielen anderen Wanderern zu teilen, würden wir den Roy’s Peak empfehlen. Am besten ist es natürlich, wenn man genug Zeit für beide mitbringt.

Über den Autor

Alina

"Das wichtigste Stück des Reisegepäcks ist und bleibt ein fröhliches Herz." - Hermann Löns