Unser Fazit nach 2 Monaten in Japan

Insgesamt waren wir sogar 2,5 Monate in Japan. Wir haben viel vom Land gesehen, die Kultur und Menschen kennengelernt, aber jetzt ist es Zeit Resumé zu ziehen und über unsere positiven aber auch negativen Erfahrungen zu berichten und festzuhalten was uns in Japan überrascht hat. Zur Übersicht gibt’s aber erst einmal unsere Reiseroute durch das Land der aufgehenden Sonne.

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Unsere Reise durch Japan startete am 7. August in Tokio. Dort wurden wir erstmal mit schwülem Regenwetter begrüßt. Wir waren direkt erstaunt wie einfach es war mit den öffentlichen Verkehrsmitteln von A nach B zu kommen und das ohne Japanischkenntnisse. Als nächstes hat es uns sehr überrascht, dass wir keine Mülleimer auf den Straßen entdecken konnten, aber trotzdem alles sehr sauber aussah. In so einer Riesenmetropole wie Tokio hätten wir außerdem mit viel Straßenlärm und stinkenden Abgasen gerechnet, aber auch das hat uns beeindruckt. Hier fahren nämlich sehr viele Leute mit Hybridautos oder Elektroautos rum und Diesel fährt so gut wie niemand. Daher ist es verglichen mit anderen Großstädten viel angenehmer für die Ohren, Nasen und Lungen. 👍 Dafür waren die Zikaden unglaublich laut am ziepen. Sobald man nur in die Nähe eines Parks war hat man die Tiere schon sehr deutlich gehört. In unserem ersten Japan Video kann man sich selbst davon überzeugen.

Da Japan kein so günstiges Land zum Reisen ist, wir aber relativ lange dort verbringen wollten, entschieden wir uns dafür, gegen Kost und Logis zu arbeiten. Das war durch die Plattform Workaway ganz einfach zu organisieren. Deshalb ging es als nächstes zu unserem ersten Job auf die Insel Shikoku, genauer gesagt nach Kumakogen. Dort in einem Naturresort zu wohnen und zu arbeiten war ein starkes Kontrastprogramm! Hier haben wir ganz einfach, aber auch traditionell gewohnt. Was uns in der ländlichen Umgebung verwundert hat, war dass den Dorfbewohnern die neusten Nachrichten per Lautsprecher mitgeteilt wurden. Zu bestimmten Uhrzeiten gab es auch eine Melodie, um den Leuten ein Zeitgefühl zu geben. Stark beeindruckt hat uns auch der erstaunlich gute Internetempfang, sogar an den abgelegensten Orten. Aber wirklich unglaublich toll ist das gegenseitige Vertrauen. Hier auf dem Land und eigentlich allgemein in Japan vertraut scheinbar Jeder Jedem. Die Leute können hier ihr Obst/Gemüse verkaufen, ohne daneben stehen zu müssen. Es wird einfach eine Kiste mit der Ware, ein Preisschild und eine Schale für das Geld hingestellt. Autos, Fahrräder, ja nichtmal die Haustür braucht man abschließen und man kann seine Sachen auch mal ohne Sorgen unbeaufsichtigt liegen lassen. Hier kommt nichts weg. Das Gefühl ist so angenehm! Man muss nicht ständig aufpassen, skeptisch sein oder alles hinterfragen, einfach mal vertrauen. Wir haben durch die Zusammenarbeit mit den Angestellten zusätzlich erfahren wie fleißig und ausdauernd in dem Resort gearbeitet wird. Wie die meisten Japaner arbeiten sie von morgens bis spät Abends durchgängig meist nur mit kurzen Pausen und auch am Wochenende. Da wir auch fleißig mitgeholfen haben, gab es uns auch ein gutes Gefühl, die Mitarbeiter ein kleines bisschen zu entlasten und zu unterstützen. Eine Tour durch das Resort gibts auf Youtube zu sehen.

Als nächstes war erstmal wieder Sightseeing angesagt in Hiroshima, auf der Insel Miyajima und in Onomichi. Wir waren von den Landschaften einfach nur fasziniert! Wunderschöne Natur gibt es in Japan zu entdecken. Und sogar zahme Rehe laufen einfach frei auf der Insel Miyajima herum, die man streicheln und füttern kann. So niedlich! Auf dem Shimanami Kaido (Fahrradtour bei Onimichi) haben wir die schönste Tempelanlage von unserer gesamten Japanreise entdeckt! Wenn man nach Japan kommt sollte man sich auch mal abseits der typischen Touristenpfade umgucken. Uns hat das oftmals stärker beeindruckt als die bekanntesten Attraktionen in den Großstädten.

Als wir nach der Sightseeingtour also wieder aufs Land in Okayama kamen, war das einfach Klasse! Hier waren wir die einzigen Touristen weit und breit, deshalb waren viele Japaner erstaunt uns dort auf dem Marktplatz zu sehen, wie wir Süßigkeiten und andere regionale, selbstgemacht Produkte verkauften. Die Leute waren gar nicht reserviert oder zurückhaltend, vor allem die Kinder nicht. Hier war man eher interessiert, woher wir kommen, was wir in Japan machen und warum wir nach Japan gekommen sind. Wir haben auch beeindruckende Geschichten von den interessierten Japanern gehört, auch wenn die Kommunikation manchmal nicht ganz so einfach war. Aber dadurch haben wir auch viel gelernt. Wenn ihr mehr über unseren Alltag auf dem Land in Okayama erfahren wollt könnt ihr hier unseren Beitrag lesen, oder auf unserem Youtube Kanal vorbeischauen.

Kyoto hat uns dann im Anschluss ganz schön geschockt! Unglaublich viele Touristen und immer die gleichen Souveniergeschäfte an jeder Ecke. Keine Frage, Kyoto ist auch eine schöne Stadt mit beeindruckenden Sehenswürdigkeiten, aber auf dem Land hat es uns irgendwie besser gefallen. Dafür haben wir in Kyoto das erste mal in einem Kapselhotel übernachtet und wieder eine neue Erfahrung gemacht. Hier kommt ihr zu unserem Erfahrungsbericht von Kyoto und wie es uns gefallen hat in einer Kapsel zu wohnen. Dazu gibt es auch wieder ein Youtube Video!

Auch von der atemberaubenden Naturkullisse an dem wunderschönen Ort Fujikawaguchiko waren wir einfach hingerissen. Dort hätten wir definitiv mehr Zeit verbringen können!

Richtig negative Erfahrungen haben wir in Japan zum Glück nicht erlebt. Was uns aber weniger gut gefallen hat, ist die Tatsache, das unglaublich viel Plastik verwendet wird! Alles wir doppelt und dreifach verpackt und immer gibt es eine (meist mehrere) Plastiktüten dazu. Auch wenn man oft dankend ablehnte kam man meist nicht drum herum. Die Menge an Plastikmüll, die dort jeden Tag produziert wird ist einfach enorm. Da gibt es auf jeden Fall noch Handlungsbedarf. Auch die (kaum vorhandene) Mülltrennung und -entsorgung gefiel uns nicht besonders gut.

Was uns aber besonders gut gefallen hat, war das leckere Essen, das Japan zu bieten hatte und welches wir zum Beispiel im Naturresort, bei der japanischen Familie auf dem Land oder in Osaka bei einer Streetfood Challenge kennen lernen konnten. Wir sind immer an lokalen Spezialitäten interessiert und freuen uns, wenn wir neue Gerichte probieren dürfen. Am 14. Oktober war es dann aber an der Zeit, Japan zu verlassen. Wir hatten eine unglaublich gute Zeit und hätten uns keinen besseren Start für unsere Weltreise wünschen können. Die Zeit verging für uns einfach viel zu schnell, aber wir freuen uns auch darauf andere Länder und Kulturen auf unserer Reise kennenzulernen und hoffentlich eines Tages zurückzukehren.

Sayonara Nihon!

Für noch mehr Eindrücke von unserer Japanreise, schaut euch mal unsere Japan Playlist auf Youtube an und abonniert unseren Kanal, damit ihr kein Video verpasst. 😉

Über den Autor

Alina

"Das wichtigste Stück des Reisegepäcks ist und bleibt ein fröhliches Herz." - Hermann Löns