Japanisches Landleben – Unser Alltag mit Workaway

Es war eine grandiose Idee unsere Reise durch Japan mit Work & Travel zu verbinden. Die Webseite Workaway hat uns dabei geholfen die passenden Jobs zu finden. So haben wir nach unserem Aufenthalt im Naturresort jetzt zwei Wochen bei einer japanischen Familie auf dem Land in Okayama verbracht und dabei geholfen Süßigkeiten herzustellen und auf dem Markt zu verkaufen. In diesem Beitrag geht es also darum, wie wir die Tage verbracht haben und was wir alles gelernt und erlebt haben.

Die Familie lebt ziemlich weit abgelegen von dem nächsten Bahnhof, deshalb wurden wir vom Bahnhof von unserem Host Katsutaka abgeholt. Als wir im Haus angekommen waren, gab es erstmal eine Vorstellungsrunde und wir haben die Frau Yoshimi, die beiden Kinder Amika (6 Jahre) und Honoka (2 Jahre) und die Praktikantin Emu kennengelernt. Die Kinder haben uns auf Anhieb sehr gemocht, da wir viel mit ihnen gespielt und Quatsch gemacht haben. Allerdings kosteten die zwei Quälgeister auch sehr viel Energie und wir mussten früh ins Bett um fit für unseren ersten Arbeitstag auf dem Markt zu sein. Die Kleinen konnten einfach nie genug davon bekommen mit uns zu spielen. Geschlafen haben wir auch hier wieder sehr traditionell auf Futons und Tatami.

Workaway Hund
Okayama Familie
Workaway Kinder
Okayama Kanta

Morgens ging es nach dem Frühstück um 10 Uhr für insgesamt 5 Stunden auf den Markt. Wir haben ausschließlich selbstgemachte Produkte aus der Region verkauft. Neben den Salaminos (italiensche Spezialität) haben wir auch getrocknete Früchte (100% ohne Chemie), Tee, Shiso Sirup, Dressing und Sirup aus Trauben, schwarzen Knoblauch und von der Großmutter selbstgeschneiderte Kleider verkauft. Die Salaminos haben wir in sechs verschiedenen Geschmacksrichtungen angeboten: Schoko, Matcha, Zimt/Ingwer, Kaffee, schwarzer Tee und Soja. Oft waren die Kunden sehr positiv vom Geschmack überrascht, wenn wir ihnen kleine Probierstückchen angeboten haben. So konnten wir viele Salaminos verkaufen, was uns sehr gefreut hat. Es ist schön, wenn man mit den selbstgemachten Süßigkeiten anderen Menschen eine Freude machen kann. Viele Kunden waren auch überrascht Ausländer (Gaijins) auf dem Dorf anzutreffen und neugierig wo wir herkommen, was uns hierher verschlagen hat, und und und. Dabei haben wir uns oftmals mit einer Mischung aus Englisch und Japanisch unterhalten. Manchmal war es jedoch sehr schwer sich mit Japanern, die gar kein Englisch konnten zu unterhalten. Unsere Gastmutter Yoshimi hat uns morgens ein sehr leckeres Lunchpaket mitgegeben, was wir in unserer Pause verspeisen konnten. Nach dem Feierabend hatten wir dann Zeit zum Entspannen. Abends gehörte es noch zu unseren Aufgaben mit dem Hund Kanta, einem kleinen und lieben Shiba Inu, Gassi zu gehen. Dabei sind wir jeden Tag einen anderen Weg gelaufen um die Gegend besser kennen zu lernen. Oftmals hat uns Amika dabei begleitet.

Okayama Salamino
Okayama Lunch
Okayama Markt Alina
Okayama Markt

An den Wochenenden und Feiertagen lief der Markt immer ziemlich gut, aber weil in der Woche nicht so viel los war hat einer von uns dann nur 3 Stunden lang Süßigkeiten verkauft und der Andere hat dabei geholfen Neue herzustellen. Danach haben wir noch andere Tätigkeiten übernommen, wie Gartenarbeiten, Putzen, Verpackungen bekleben oder im Süßigkeitenraum Trockenfrüchte abzupacken. Martin hat auch dabei geholfen, neue Fotos für die Internetseite der Hosts zu machen. Einen Tag haben wir auch für die Familie gekocht und meine Lieblingsweihnachtskekse (Vanillekipferl) gebacken. Diese durften wir sogar auch auf dem Markt verkaufen und die sind weggegangen wie warme Semmeln. Das hat uns sehr gefreut!

An unserem freien Tag haben wir einen Ausflug zu einem etwas weiter entfernten Ziel unternommen und sind ca. 2h zu einem Café gelaufen. Der Laden hieß Flower and Café Ivory. Wie der Name schon vermuten lässt gab es neben Kaffee auch Blumen. Das Café war mit vielen frischen und getrockneten Blumen, Federn, Bilderrahmen und ganz viel Krimskrams dekoriert und sah richtig hübsch und gar nicht kitschig aus. Uns hat nicht nur der Kaffee/Tee sehr gut geschmeckt, sondern auch das leckere Eis und der Kuchen.

Okayama-5
Okayama-12
Okayama-3
Okayama-6

Wir können uns nur von Herzen bei allen bedanken, dass wir dort wohnen durften. Wir hatten eine wundervolle Zeit mit der Familie und haben uns wie zu Hause gefühlt. Es hat Spaß gemacht und es war interessant für uns beim Herstellen und Verkaufen der Süßigkeiten zu helfen. Wir haben so viel über das japanische Landleben, die Leute und die Kultur gelernt. Obwohl wir nur wenige Worte Japanisch sprechen, konnten wir mit so vielen netten Menschen reden. Es war uns eine Ehre in den Genuss von Yoshimis Fruit Cutting Künsten und dem leckeren und gesunden Essen zu kommen, das sie uns zubereitet hat. Wir haben außerdem die freundliche Atmosphäre, die schöne Landschaft, das Gassigehen mit Kanta und das Spielen mit den liebenswerten Kindern sehr genossen und werden es stark vermissen. Es war sehr inspirierend die verschiedenen Gerichte zu probieren, die wir vorher nicht kannten, wie zum Beispiel Okonomiyaki, Mochi, Myoga, Shiso, Natto, die neuen Süßigkeiten Kreationen und vieles mehr. Wir freuen uns schon darauf, die Salaminos bei uns zu Hause zuzubereiten, weil sie einfach so lecker waren. Wir sind sehr dankbar, dass wir die Möglichkeit hatten diese Familie zu besuchen, Teil der Familie sein zu können und so viel lernen konnten.

Über den Autor

Alina

"Das wichtigste Stück des Reisegepäcks ist und bleibt ein fröhliches Herz." - Hermann Löns