Hiroshima – emotional und bewundernswert

Ein weiteres Highlight unserer Reise durch Japan. Nachdem wir das Naturresort auf der Insel Shikoku nach 4 Wochen verlassen haben sind wir mit einer Fähre zurück zur Hauptinsel Honshu gefahren. Unser Ziel war die Stadt Hiroshima. Eine Stadt, die mich sofort ergriffen und die mir sehr gut gefallen hat.

Hiroshima hat eine sehr traurige Geschichte. Im 2. Weltkrieg wurde sie das Ziel des ersten kriegerischen Kernwaffeneinsatzes am 6. August 1945. Die Atombombe ist um 8:16 Uhr ca. 600 m über Stadt explodiert und hat alles zerstört. Deshalb sind nur wenige historische Sehenswürdigkeiten vorhanden. Im Friedenspark erinnern heute viele Gedenkstätten an diesen furchtbaren Tag mit dem Wunsch des Friedens. Sehr ergreifend war zum Beispiel das Kinder-Friedensmonument (Sadako Sasaki gewidmet) mit den tausenden Origami-Kranichen (Orizuru) in der Umgebung und die Nationale Friedensgedenkhalle für die Atombombenopfer. Sadako Sasaki wurde zur bekanntesten Überlebende der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und ist 10 Jahre später an den Spätfolgen verstorben.  Im Krankenhaus begann sie 1.000 Kraniche zu falten, um nach einer alten japanischen Legende einen Wunsch bei den Göttern erfüllt zu bekommen. In Gedenken an dieses Mädchen falten auch heute noch viele Schulklassen hunderte Kraniche und hängen sie bei dem Denkmal als Freidenszeichen auf. Auch der Anblick des Atombombendoms, eines der wenigen Gebäude, das nicht komplett zerstört wurde und anhand man das Ausmaß der Zerstörung sehen kann ist eins dieser ergreifenden Beispiele.

Hiroshima Atombombendom
Hiroshima Museum
Hiroshima Kranich
Hiroshima Denkmal

Als Kontrast zu der traurigen Seite der Geschichte Hiroshimas sind wir am nächsten Tag zur Insel Miyajima gefahren. Sie gehört zu den schönsten Landschaften, die Japan zu bieten hat und mir hat der Ausblick vom Berg wirklich die Sprache verschlagen! Aber Miyajima hat mehr als die Aussicht auf die Seto Inlandssee mit den vielen Bergen und Inseln zu bieten. Der Itsukushima-Schrein befindet sich auf einer Plattform, dessen Pfeiler direkt im Wasser stehen. Bei Flut sieht es so aus, als ob der Schrein im Wasser schwimmt. Das Tor vor dem Schrein, ist das wohl bekannteste Torii in Japan. Es steht 160 m vor dem Schrein und kann bei Ebbe zu Fuß erreicht werden. 

Miyajima Aussicht
Hiroshima Aussicht
Mt Misen
Miyajima Torii

Eine lokale Spezialität, die wir unbedingt probieren wollten ist ein gefülltes Gebäck in Ahornblattform. Wir hatten einmal die Füllung Schoko-Mandel (sehr zu empfehlen!) und die traditionelle Füllung mit süßer Bohnenpaste (schmeckt eher trocken und mehlig). Außerdem laufen auf der Insel viele zahme Rehe herum die man sogar streicheln und füttern kann. Einfach knuffig! Man muss nur darauf aufpassen, dass der Rucksack nicht angeknabbert wird. 😀

Miyajima Reh
Miyajima Bambi
Ahorn Gebäck

Alles in Allem hat mich Hiroshima nicht nur emotional, sondern auch landschaftlich von den Socken gerissen und mich dazu inspiriert hunderte Origami-Kraniche zu falten, wenn ich von der Weltreise zurückkehre. Unseren unglaublichen Tag auf Miyajima haben wir wieder gefilmt, aber Achtung hoher Niedlichkeitsfaktor!

Über den Autor

Alina

"Das wichtigste Stück des Reisegepäcks ist und bleibt ein fröhliches Herz." - Hermann Löns