Cusco – In der Hauptstadt der Inkas

Dass wir auf unserer Reise durch Peru einen Abstecher nach Cusco machen würden, war klar. Wie lange wir aber dortbleiben würden, wussten wir vorher noch nicht so genau. Wir wollten uns von der Stadt mal überraschen lassen. Nach unseren bisherigen Erfahrungen mit peruanischen Städten war die Überraschung ziemlich positiv. Die meisten anderen kamen uns nämlich nicht sonderlich sehenswert vor. Als wir zum Beispiel die wichtigsten Ausflüge in Ica oder in Puno hinter uns hatten, verspürten wir nicht unbedingt den Wunsch, uns noch länger dort aufzuhalten.

Die Innenstadt von Cusco

In Cusco war das definitiv anders. Die Innenstadt besteht überwiegend aus Kolonialbauten, die in vielen Fällen auf alten Inka Fundamenten errichtet wurden. Die engen Gassen und Pflasterstraßen sind kein Paradies für Autofahrer, für Fußgänger ist es aber wesentlich angenehmer, die Stadt zu erkunden. Es wirkt zwar alles auch etwas touristischer, aber in diesem Fall fanden wir das gar nicht so schlecht. Immerhin hatten wir eine großartige Auswahl an möglichen Touren und sehr guten Unterkünften. Da Cusco ziemlich hoch liegt (3400 Meter), muss man sich erstmal ein Bisschen gewöhnen. Reisende, die direkt aus Lima anfliegen, bekommen meistens Probleme wie Kopfschmerzen. Wir waren aber durch unsere Aufenthalte in Arequipa, im Colca Canyon und am Titicacasee schon an höhere Lagen gewöhnt. So konnten wir direkt mit den Ausflügen durchstarten.

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12 eckiger Stein
Cusco Inka Mauer
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Der Stadtteil Sacsayhuaman

Ausgesprochen klingt dieser Ort fast ein Bisschen wie „Sexy Woman“, weshalb die meisten Touristen auch diesen Namen verwenden. Dieses alte Inkastadtviertel liegt auf einem Berg am Rand von Cusco. Auch hier sahen wir wieder die unfassbare Baukunst der Inkas, die riesige Steinblöcke (bis zu 125 Tonnen schwer) zu 5 Meter hohen Mauern zusammengesetzt haben. Diese wurden so millimetergenau bearbeitet, dass sie trotz verschiedenster individueller Formen perfekt zusammenpassen. Man sollte definitiv niemals einen Inka in Tetris herausfordern. Das Gelände von Sacsayhuaman ist ziemlich umfangreich und beinhaltet beispielsweise große Befestigungen und unterirdische Gänge. Besonders merkwürdig sind riesige abgeschliffene Felsen, die aussehen wie Rutschen und auch als solche genutzt werden können. Vielleicht ein Inka Vergnügungspark? Man weiß es nicht, aber interessant war es auf jeden Fall.

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Cusco Martin
Cusco Inkarutsche Alina
Cusco Saxsayhuaman

Das Heilige Tal der Inka

Mindestens genauso interessant war unsere Tour durch das heilige Tal (Sacred Valley / Valle Sagrado) der Inka. Es liegt 27 Kilometer nordöstlich von Cusco und zieht sich entlang des Flusses Urubamba. Hier gibt es sehr viele unglaubliche archäologische Stätten zu besichtigen. Zum Beispiel die kreisförmigen Terassenanlagen von Moray. Man vermutet, dass die Inkas hier landwirtschaftliche Forschung betrieben haben, um zu testen auf welchen Lagen verschiedene Pflanzen am besten angebaut werden können. Auch in den Dörfern Ollantaytambo und Pisac konnte man die Inkabauweise bewundern, die sich perfekt in die bergige Landschaft integriert. Außerdem wurde uns dort erklärt wie Alpakawolle verarbeitet und gefärbt wird und wie der lokale Silberschmuck hergestellt wird.

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Cusco Forschungsterassen
Cusco Zierterassen
Cusco Peruanerin

Aber unsere Tour beinhaltete auch noch weitere Ziele wie die Salinen von Maras. In dieser Anlage wird in über 3000 Becken Salz gewonnen. Sie wurde bereits zur Inkazeit genutzt und seitdem stetig erweitert. Das Wasser stammt aus einer extrem salzhaltigen Quelle. Die Salzkonzentration ist 70 % stärker als im Meer. Stark konzentriert war auch unser Programm dieser Tour, denn wir haben die ganzen Sehenswürdigkeiten im Inkatal an einem Tag durchgezogen. Das war ziemlich viel auf einmal, aber wir wollten uns auch keinen der Orte entgehen lassen.

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Auf geht's zum Rainbow Mountain

Ein besonderes Highlight unserer Zeit in Cusco war der Ausflug zum Rainbow Mountain. Schon die Höhe war etwas Neues für uns. Auf über 5000 Meter waren wir bislang noch nie. Der Weg dorthin verläuft durch grüne Landschaften, die von zahlreichen Alpakas bewohnt werden. Man sieht die schneebedeckten Gipfel der peruanischen Anden, beispielsweise den 6384 Meter hohen Ausangate Gletscher. Vor einiger Zeit war der Rainbow Mountain, der eigentlich „Vinicunca“ heißt, selbst noch von einem Gletscher bedeckt. Nachdem dieser abgetaut war, kamen parallel zueinander verlaufende Schichten zum Vorschein, die mit ihren verschiedenen Farben an einen Regenbogen erinnern. Die Ursache dafür sind Mineralien, die sich vor Jahrmillionen in Sedimentschichten ablagerten und durch Plattentektonik von einer waagrechten in eine fast senkrechte Position gedrückt wurden. Um diese faszinierende Landschaft zu sehen, mussten wir einige Höhenmeter hinter uns lassen. Das erwies sich als ziemlich anstrengend, weil die Luft doch merklich dünner wurde. Mit langsamen kleinen Schritten haben wir es aber geschafft und sind beim spektakulären Aussichtspunkt angekommen. Wenn man den Weg auf sich genommen hat, lohnt sich anschließend definitiv noch ein Abstecher in das benachbarte „Red Valley“. Nach ein paar Minuten Fußweg kommt man in dieses Tal, dessen Boden intensiv rot gefärbt ist. Damit bietet es ein weiteres absolut surreales Panorama. Mit diesen Eindrücken machten wir uns wieder auf den Rückweg.

Rainbow Mountain Peru
Red Valley Alina
Alpakas Alina
Red Valley

Natürlich haben wir von Cusco aus auch noch unsere Tour zum Machu Picchu unternommen. Dazu gibt es aber einen eigenen Beitrag, den ihr hier lesen könnt.

Ein neues Reisevideo aus Cusco könnt ihr euch hier unten anschauen (und vergesst nicht unseren Kanal zu abonnieren).

Über den Autor

Martin

"Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben." - Alexander von Humboldt