Tulum – Mayaruinen, Höhlentauchen und Traumstrände

Was kann man in Mexiko eigentlich so machen? Das haben wir uns gefragt, nachdem wir unsere geplante Reiseroute über den Haufen geworfen haben, um bei der deutsch-mexikanischen Hochzeit dabei sein zu können. Nach kurzer Recherche stand für uns fest, wo es als nächstes hingehen sollte: Nach Tulum.

Warum Tulum? Weil es so viel bietet und so abwechslungsreich ist. Drei absolute Highlights haben uns schnell überzeugt, diesen Ort zu besuchen. Erstens: Mayaruinen direkt am Meer. Zweitens: Höhlen, in denen man schwimmen und tauchen kann. Drittens: Paradiesische Strände mit türkisblauem Wasser und weißem Sand. Klingt schon überzeugend, oder?

Dachten wir uns auch, also sind wir nach unserer Woche All inclusive Urlaub in Puerto Morelos direkt dorthin weitergezogen. Diesmal sollte es wieder ein etwas kleineres, persönlicheres und günstigeres Hotel werden. Wir haben uns im Hotel „Teetotum“ in Tulum Downtown eingebucht und wurden nicht enttäuscht. Alles war sehr liebevoll gestaltet und eingerichtet. Im hauseigenen Restaurant gab es leckeres Essen und erfrischende Getränke. Außerdem konnte man sich kostenlos Fahrräder ausleihen um die Gegend zu erkunden.

Tulum Strand Hund
Tulum Erfrischungsgetränke
Tulum Restaurant
Tulum crazy Bar

Die Maya Ruinen von Tulum

Die Drahtesel haben wir an unserem ersten Tag natürlich gleich ausgeliehen. Nach einer 20-minütigen Fahrt mit dem Rad sind wir bei den Ruinen angekommen. Von den vielen kitschigen Souvenirshops am Eingang der Anlage haben wir uns nicht abschrecken lassen, unser Hotelbesitzer hatte uns schon vorgewarnt. Augen zu und durch! Sobald man den Eintritt bezahlt und die eigentliche Anlage betreten hat, bleibt man davon zum Glück verschont. Wir waren sofort von den alten Bauwerken und der Umgebung beindruckt. Allerdings waren wir auch von der bedrückenden Hitze etwas erschlagen, es gab nur wenig Schatten.

Tulum Alina
Tulum Maya Ruine 1
Tulum Maya Ruine Leguan
Tulum Maya Ruine 3

Umso erstaunlicher, was hier alles unter diesen Umständen errichtet wurde. Wir erfuhren, dass die Maya diesen Ort für astronomische Beobachtungen genutzt haben. Außerdem diente die Festung direkt an der Küste als Orientierungspunkt für vorbeifahrende Boote auf den alten Maya Handelsrouten. Überrascht waren wir auch von der Tierwelt in der Gegend. Zwischen den Ruinen lagen überall Leguane herum. Außerdem sind uns mehrere Nasenbären über den Weg gelaufen und Yucatan-Hörnchen sprangen zwischen den Bäumen umher. Allzu lange hielten wir der Hitze dann nicht mehr Stand, wir brauchten dringend eine Erfrischung im Pool.

Höhlentauchen in einer Cenote

Unser nächster Ausflug war absolut abenteuerlich. Tauchen stand weit oben auf meiner Prioritätenliste für diese Weltreise, bislang waren wir aber noch nicht dazu gekommen. Hier in Tulum sollte es nicht nur irgendein normaler Tauchgang werden. Es ging direkt in die mexikanische Unterwelt. Die Halbinsel Yucatan, auf der wir uns befanden, ist nämlich unterzogen von einem riesigen Netzwerk an unterirdischen Gängen, die mit Wasser gefüllt sind. Zu diesem System gibt es hunderte Eingänge in Form von Löchern oder Kratern im Boden, die sogenannten Cenotes. Für die Maya waren diese Orte heilig. Auch die Cenote „Dos Ojos“, zu der uns unsere Tauchschule gebracht hat, befand sich auf dem Gelände eines Mayadorfes.

Tulum Dos Ojos
Tulum Cenote Fische
Tulum Cenote Schnorcheln
Tulum Cenote Alina

Dort angekommen ging es sogleich ans Werk. Mit der Ausrüstung sind wir vom Parkplatz aus durch den Dschungel zum Höhleneingang marschiert. Dort war zum Glück eine komfortable Holzplattform zum Einsteigen vorhanden. Wir waren begeistert, wie klar das Wasser war und wie das Licht im Höhleneingang schimmerte. Außerdem waren überraschend viele kleine Fische im Wasser. Man war teilweise umringt von Fischschwärmen. Alina blieb lieber zum Schnorcheln an der Wasseroberfläche, während ich auf den Tauchgang in die Höhle startete. Durch die schmalen Gänge zu tauchen, die Gesteinsformationen zu bewundern und die vielen Lichtstrahlen in weiter Entfernung zu sehen war einfach unglaublich. Wenn man die Taschenlampe ausschaltete war es teilweise komplett finster, nur ab und zu traf man auf andere Taucher. Es ging bis auf 12 Meter Tiefe und zwischendurch sind wir in einer Kuppel aufgetaucht, in der viele Fledermäuse lebten und in der ein wenig Licht durch die Decke schien.

Tulum Cenote Tauchen
Tulum Cenote
Tulum Cenote Tauchen 2
Tulum Cenote Martin

Insgesamt haben wir zwei Tauchgänge von ca. 30 Minuten Länge an dem Tag gemacht. Dazwischen gab es eine Pause, die wir dazu nutzten, in dem Maya Dorf ein leckeres Mittagessen zu uns zu nehmen. Cochinita stand auf dem Speiseplan und das wollten wir direkt probieren. Es ist ein traditionelles mexikanisches, langsam gegartes Fleischgericht, welches in einem Loch im Boden zubereitet wird. Am Ende des Tages waren wir komplett überwältigt, von den neuen Erfahrungen, die wir hier machen durften.

Am Strand von Tulum

Der wahrscheinlich wichtigste Grund, warum Tulum so ein beliebtes Urlaubsziel ist, ist der kilometerlange Traumstrand. Die Straße zum schönsten Strand von Tulum ist ziemlich zugebaut mit vielen Hotels, Bars, Restaurants und Geschäften. Trotzdem hat es uns dort sehr gut gefallen, vielleicht weil es uns dennoch nicht so überfüllt vorkam. Wir waren am Ende der Regenzeit dort, also noch vor der Hauptsaison und man hatte eigentlich überall noch genug Platz für sich. Die ganzen Lokale sind auch sehr stylish eingerichtet, man kann super lecker Essen und Trinken und es sich am Strand richtig gut gehen lassen zu überwiegend fairen Preisen. Uns hat es am Strand von Tulum jedenfalls so gut gefallen, dass wir immer wiederkommen wollten. Also haben wir uns oft die Fahrräder aus dem Hotel geschnappt und sind in ca. 40 Minuten rübergefahren.

Tulum Strand
Tulum Strandbar 1
Tulum Strandbar 2
Tulum Strand Martin

Kreditkarte verschollen in Mexiko

Zum Schluss noch eine Anekdote aus Mexiko, die zeigt wie freundlich und hilfsbereit viele Mexikaner sind. Ich hatte blöderweise an einem Tag in Tulum meine Kreditkarte im Geldautomaten stecken gelassen. Das lag auch daran, dass es echt ein bescheuerter Automat war, der nicht zuerst die Karte zurückgegeben hat, sondern direkt das Geld ausgeworfen hat. Und zwar wirklich geworfen, die Hälfte der Scheine war über den Boden verteilt, die andere klemmte noch im Fach. Nach dem Aufsammeln war ich scheinbar so verwirrt, dass ich nicht mehr an die Karte gedacht hatte. Jedenfalls habe ich erst später am Abend gemerkt, dass mir die Karte fehlte.

Nachdem ich eine Rundmail an halb Tulum verfasst und mich erfolglos durch alle Geschäfte und Restaurants gefragt habe, in denen wir gewesen sind, hatte ich die Hoffnung schon fast aufgegeben. Als ich kurz davor war, meine Kreditkarte sperren zu lassen, kam mir noch ein letzter Geistesblitz. Ich checkte meinen Nachrichteneingang in Facebook und tatsächlich: Ich hatte eine Nachricht von einer Mexikanerin, die meine Kreditkarte gefunden hatte und sie mir zurückgeben wollte. Wir vereinbarten einen Treffpunkt und ich bekam meine Kreditkarte wieder. Eine entspannte Weiterreise war wieder gesichert. Und die Mexikanerin hat nicht einmal den Finderlohn akzeptiert, den ich ihr als Dank angeboten hatte. Uns ist danach ein riesiger Stein vom Herzen gefallen und wir denken jetzt noch positiver über Land und Leute.

Unsere Erlebnisse in Tulum haben wir auch wieder in einem Video festgehalten. Schaut vorbei und abonniert unseren Youtube Kanal 😉

Über den Autor

Martin

"Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben." - Alexander von Humboldt