Surfen und Yoga in Portugal

Schon lange schlummerte in uns das Bedürfnis nach einem Surfabenteuer. So kam es, dass wir 2013 unseren allerersten Surfurlaub im Karma Surf Retreat in Portugal verbrachten. Die komfortable und moderne Villa mit Meerblick, Pool und exotischem Garten liegt an den Hängen der Serra de Sintra, in der Nähe von Lissabon.

Bevor wir uns jedoch in das Abenteuer stürzten haben wir uns schon Wochen, wenn nicht sogar Monate vorher auf das Surfen vorbereitet und gefreut. Wir wollten fit sein und genügend Ausdauer mitbringen, um das einwöchige Yoga und Surf Erlebnis voll auszukosten und nicht gleich nach dem ersten Tag mit Muskelkater schlapp zu machen. Wir haben mit dem Buch „WAVE CULTURE – Faszination Surfen“ viele Einblicke, Grundlagen und gute Tipps zum Thema Wellenreiten bekommen, sodass wir regelmäßig „Take offs“ (das Aufstehen auf einem Surfbrett) geübt haben und im Hallenbad schwimmen gegangen sind. Da das Paddeln auf dem Brett sehr ermüdend werden kann, waren die Trainings mit dem Kraul Schwimmstil gute Vorbereitungen.

Mit Yoga hatten wir damals noch gar keine Erfahrungen und wollten uns vor Ort überraschen lassen. Da die Stunden ohnehin gratis dabei waren, wenn man für zwei Personen bucht, hatten wir also nichts zu verlieren.
Abgeholt wurden wir direkt an unserem Hotel in Lissabon, wo wir eine Nacht verbracht haben, um uns die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten anzuschauen. Dazu könnt ihr in einem anderen Beitrag mehr lesen.

In der Villa angekommen, wurden wir sehr herzlich von den beiden Gastgebern Jens und Timo, sowie den anderen Surfbegeisterten begrüßt und herumgeführt. Bei dem unglaublich leckeren, brasilianischen Welcome-BBQ haben wir sehr schnell Kontakt zu den anderen Bewohnern der Villa geknüpft, der im Laufe der Woche immer enger und freundschaftlicher wurde. Das war wahrscheinlich auch der lockeren Stimmung durch den portugiesischen Rotwein und den typischen „vinho verde“ (grünen Wein) zu verdanken. 😉

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Da der nächste Tag ein Sonntag war, hatte man Zeit die Umgebung näher kennen zu lernen, sich am Pool in der Sonne auszuruhen oder einfach das zu tun, wonach einem grade der Sinn stand. Wir haben von den Wiederholungstätern, die sich schon das zweite Mal in der Villa eingebucht haben, den Tipp bekommen uns am Cabo da Roca umzuschauen. Cabo da Roca ist der westlichste Punkt von Kontinentaleuropa. Dieser Ausflug hat sich wirklich gelohnt und ist ein absolutes Muss für jeden Touristen. Von den Steilklippen, die 140 m über dem Meeresspiegel liegen, hat man einen atemberaubenden Blick über den Atlantik in die Ferne, bis zum Horizont. Als wir die Sehenswürdigkeit ausreichend erkundet haben, sind wir mit dem Bus zurück zu unserer Unterkunft gefahren.

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Abends war meistens Selbstverpflegung angesagt. So kam es, dass wir zusammen mit den anderen das Abendessen zubereitet und gemeinsam auf der Terrasse gegessen haben und in lustiger Runde oft noch bis spät in die Nacht Wein und Sagres (portugiesisches Bier) genossen haben.
Die Wochentage starteten früh um 8 Uhr mit einer Yoga Session und anschließend einem reichhaltigen Frühstück. Unsere erste Yoga Stunde war gut für uns Anfänger geeignet. Silvia ist gut auf uns eingegangen und hat uns perfekt auf den bevorstehenden Surfunterricht vorbereitet. Da die Yogalehrerinnen im Karma Surf Retreat selbst surfen, wissen sie worauf es beim Wellreiten ankommt und haben entsprechende Schwerpunkte in ihren Übungen gesetzt. Das Frühstück hat uns zudem für den anstrengenden Sport gestärkt. Neben selbstgemachten Marmeladen und Smoothies gab es außerdem selbstgemachtes Brot, Obstsalat, Müsli und vieles mehr.

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Um ca. 10 Uhr wurden wir abgeholt und es ging los zum Guincho Strand. Auf zu unserer ersten Erfahrung mit dem Surfbrett und dem wilden „Weißweisser“. Wir waren schon ganz aufgeregt. Die gut geschulten Surflehrer haben uns die Grundlagen und die Besonderheiten des Strandes erklärt. Nach einer kurzen Aufwärmrunde haben wir uns in die Fluten gestürzt. Es war wirklich ein Kampf mit dem Softboard (ein Surfbrett für Anfänger) nach draußen ins „Line up“ (Wartebereich kurz bevor die Wellen brechen) zu kommen. Doch die Mühen und unser Training haben sich gelohnt. Schon nach nur wenigen Versuchen haben wir es geschafft, von dem Surfbrett aufzustehen und uns von dem Weißwasser an den Strand gleiten zu lassen. Das war ein unglaubliches Gefühl und hat uns beiden so viel Spaß gemacht!

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Nach dem Surfunterricht hatten wir immer ein bisschen Zeit, uns am Strand auszuruhen und unser leckeres Lunchpaket zu verputzen, das uns von der Villa mitgegeben wurde. Zurück in der Guincho Villa, hatten wir noch ein bisschen Freizeit, bis uns schließlich um 17 Uhr die zweite Yoga Stunde mit Annett bevorstand. Eine sehr erfahrene Iyengar Yogalehrerin, durch die wir gelernt haben, richtig in einzelne Asanas (Yogaposen) rein und wieder heraus zukommen. Sie hat uns beigebracht die richtigen Hilfsmittel zu verwenden und dass es egal ist, wie die Yogapose letztendlich aussieht, es kommt nur darauf an sie richtig auszuführen. Grade als Anfänger kam man sich schon manchmal seltsam vor, wenn man einen Haufen Blöcke, Gurte und Kissen um sich herum aufgebaut hatte, damit die Pose richtig ist. Dies waren wirklich wertvolle Erfahrungen, durch die ich meinen Körper und seine Fähigkeiten besser kennen gelernt habe.

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Mitte der Woche wurde dann von unseren Gastgebern ein portugiesisches „Surprise Dinner“ veranstaltet. Es kamen verschiedene portugiesische Spezialitäten auf den Tisch, die wir genüsslich verspeist haben. Die Fischsuppe aus Seeteufel und die Venusmuscheln haben uns am meisten überrascht und sehr gut geschmeckt.

Da wir uns alle sehr gut verstanden haben, wollten wir den letzten Abend der Woche gemeinsam mit Jens und Timo im „Azenhas do Mar“ verbringen. Ein Restaurant, wo man die besten, frischesten portugiesischen Leckereien bei einem tollen Ausblick genießen kann, da das Restaurant direkt an einem Felshang am Meer gebaut wurde. Es ist in keinem Reiseführer zu finden, hat ein sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis und ist bei den Einheimischen sehr beliebt. Dort haben wir auch Entenmuscheln probiert. Eine Spezialität, für die die Fischer beim Abpflücken an steilen Felswänden ihr Leben riskieren und die eher abschreckend aussieht, aber doch ganz gut schmeckt. Ein bisschen salzig, aber gar nicht fischig.

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Dieser gemeinsame Restaurantbesuch hat den ganzen Urlaub nochmal richtig schön abgerundet, sodass der Abschied von allen doch etwas schwer gefallen ist. Da uns der Urlaub, die Atmosphäre und die Freundlichkeit der Menschen so gut gefallen haben, sind wir ein Jahr später auch zu Wiederholungstätern geworden und haben uns erneut für eine Woche im Karma Surf Retreat eingebucht.
#surfingrocks

Über den Autor

Alina

„Das wichtigste Stück des Reisegepäcks ist und bleibt ein fröhliches Herz.“ – Hermann Löns