Auf der Suche nach Mt. Fuji

Es heißt, als Japaner sollte man mindestens einmal im Leben auf dem Mount Fuji gewesen sein. Da unser Zeitplan eine Bergbesteigung allerdings nicht mehr zugelassen hat, wollten wir den majestätischen Berg wenigstens aus einer guten Perspektive sehen. So entschieden wir uns für zwei Tage in einem Hostel beim Kawaguchi-See unterzukommen.

Die Anreise war langatmig. Wir sind sehr früh morgens gestartet und mit insgesamt sechsmal umsteigen in verschiedenen Regionalbahnen und Bussen schließlich gegen späten Nachmittag im Hostel angekommen. Wir hatten ohnehin nicht damit gerechnet den Fuji bei unserer Ankunft zu sehen, also entschieden wir uns erstmal zu Fuß unsere nähere Umgebung zu erkunden und uns auf die Suche nach einem Local zu machen. Von unserem Hostelbesitzer haben wir ein paar Tipps bekommen. Da wir schon gehört haben, dass man am besten früh aufstehen sollte um den Fuji sehen zu können, sind wir früh ins Bett gegangen um fit für den nächsten Tag zu sein.

Fuji Hostel Tafel
Fuji Hotelzimmer

Laut dem Hostelbesitzer hätten wir aus unserem Fenster die perfekte Sicht auf den Berg, doch entgegen allen Berichten, war der Mount Fuji an diesem Morgen völlig von Wolken verdeckt. Wenn es also noch nichts zu sehen gibt können wir auch erstmal ausschlafen, dachten wir uns. 😄 Beim Frühstück hat man gemerkt, dass der Host enttäuschter darüber war als wir. Er hat sich so oft dafür entschuldigt, weil er wohl das Gefühl hatte sein Versprechen nicht einhalten zu können. Er beobachtete die Wolken ganz genau und weil er dort schon sein ganzes Leben lang wohnt, kennt er die Wetterumschwünge wohl schon ganz gut. Jedenfalls versprach er uns dann den Berg in 30 min sehen zu können. Und er hatte recht! In voller Pracht konnten wir ihn zwar nicht genießen, es hingen immer noch viele Wolken am Fuß des Berges, aber das reichte uns schon vollkommen. Und der Hostelbesitzer war sehr erleichtert.  Leider hielt das Vergnügen nicht lange an. Schon nach kurzer Zeit war der Fuji wieder hinter einer Wolkenfront verschwunden. Jetzt haben wir Blut geleckt und wollten eine Fahrradtour um den See machen, immer in der Hoffnung, dass die Wolken erneut vorbeiziehen und die Sicht freigeben.

Fujikawaguchi-See
Fuji hinter Wolken
Fujikawaguchiko von Oben
Fuji Park am See

Im Hostel konnte man sich Fahrräder ausleihen und der Host hatte wieder sehr gute Tipps für unseren Ausflug für uns. So sind wir erstmal über eine Brücke auf die andere Seite des Sees gefahren und weiter zu einer Bäckerei. Wir hatten wahrscheinlich die (bisher) beste Aussicht, die man auf der Terrasse einer Bäckerei haben kann, aber der Fuji war auch nach einem Kaffee/Tee und kleinen Snacks noch nicht zu sehen. Weiter ging es also mit unserer Fahrradtour am See entlang zu einem Blumenfeld. Dort haben wir uns erstmal ein leckeres Softeis gegönnt in den beliebtesten japanischen Geschmacksrichtungen: Vanille/Matcha (Grüner Tee) und Momo (Pfirsich). Wir sind so weiter durch die Blumengärten spaziert, bis zu einer Stelle am See. Dort haben wir uns hingesetzt und eine Pause eingelegt. Plötzlich war es wieder so weit. Die Wolken gaben wieder den Blick auf die Spitze des Mount Fujis frei! Endlich! Das warten hat sich gelohnt! Mann, waren wir fröhlich! Wir haben nicht mehr aufgehört Videos und Fotos zu schießen, weil wir wussten, jeden Moment können wieder Wolken die Sicht versperren und wir wollten ja die perfekten Aufnahmen. 😄 Auf unserem Rückweg hatten wir fast die ganze Zeit eine gute Aussicht auf den Berg und hielten immer wieder an, um nochmal Fotos aus anderen Perspektiven zu schießen.

Fuji Martin
Fuji Fahrradtour
Fuji zu zweit
Fuji und Blumen

Wir hatten so einen schönen Tag am Kawaguchiko-See verbracht, selbst wenn wir den Fuji nicht zu sehen bekommen hätten, hätten wir unseren Besuch nicht bereut. Letztendlich hat sich die Geduld und etwas Hoffnung ausgezahlt. Die bereits erwähnten Videos gibt’s auch wieder auf unserem Youtube Kanal zu sehen. Viel Spaß!

#nevergiveup

Über den Autor

Alina

"Das wichtigste Stück des Reisegepäcks ist und bleibt ein fröhliches Herz." - Hermann Löns